Selbsthilfefreundliches Krankenhaus
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LKH Laas = Tradition + Innovation

Am 11. Oktober war es soweit ...

Außergewöhnliche Technik in außergewöhnlicher Lage. Eine Solaranlage mit über 350 m² Sonnenkollektoren und gleichzeitigem „Kühlfaktor“ wurde im KABEG-LKH Laas offiziell in Betrieb gesetzt. Die moderne, umweltfreundliche Anlage dieser Dimension ist einzigartig in Österreich.

 

Bekanntermaßen liefert die Sonne keine Kälte. Um diese dennoch aus Sonnenenergie zu erzeugen, muss ein Umweg gemacht werden. Und zwar über eine so genannte Absorptionskälteanlage, welche mit Sonnenkraft aus den thermischen Solarkollektoren betrieben wird. „Das Außergewöhnliche an unserer Solaranlage ist die Umwandlung von Wärme in Kälte. Klimatisierung von Räumen wird immer mehr Thema. Hohe Personendichte in Untersuchungsräumen, immer mehr medizintechnische Geräte mit enormen Rechnerleistungen und nicht zuletzt die oftmals zitierte Klimaerwärmung erfordern Maßnahmen, um für Patienten und Personal erträgliche Rahmenbedingungen zu schaffen,“ verwies Ing. Gebhard Schmied MAS, Kaufmännischer Direktor des LKH Laas, bei der gestrigen offiziellen Inbetriebnahme hin.

 

Einzigartig & zukunftsweisend
An heißen Sommertagen, wo die Heizung still stehe, die Warmwasseranforderung nur einen Teil der vorhandenen Energie benötige, habe die Solaranlage freie Kapazitäten. Dann werde das überschüssige heiße Wasser an eine so genannte Kälteabsorbtionsmaschine geliefert. Durch die Energie des Heißwassers wird Kälte erzeugt, womit die entsprechenden Räumlichkeiten gekühlt werden. Das schöne daran sei, das direkt proportionale Verhältnis – je mehr Kälte benötigt wird, desto mehr Heißwasser steht zur Verfügung und umgekehrt. Österreichweit sei die Kombination – Warmwasseraufbereitung, Heizen und Kühlen mit derselben Kollektorfläche – bisher einzigartig, aber sicher zukunftsweisend. „In angespannten Finanzzeiten durften natürlich wirtschaftliche Überlegungen nicht zu kurz kommen. Die Amortisationszeit beträgt rund zehn Jahre bei einer Lebensdauer von 25 Jahren. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf 320.000 Euro. Wir erwarten eine jährliche Heizöl-Einsparung von rund 30.000 Euro”, führte Gebhard Schmied vor Augen.

 

Absage an Schließung
Wo die Medizin dem Menschen dient und die Natur noch Stimme hat!“ Dass dieser Leitspruch im Landeskrankenhaus Laas in die Realität umgesetzt wird, wissen die Patienten längst. Beim Tag der offenen Tür, welcher ebenfalls im Rahmen der Festivität stattfand, lobte LR Wolfgang Schantl das LKH Laas nicht nur als Vorzeigekrankenhaus auch in punkto sauberer Energie. Einmal mehr machte der Krankenanstaltenreferent auf die wichtige regionale Gesundheitsversorgungsfunktion des Spitals aufmerksam und unterstrich auch die Wichtigkeit der regionalen Spitäler für die gesamte medizinische Versorgung der Kärntner Bevölkerung: „Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass ihnen die beste medizinische Versorgung zur Verfügung steht, wenn sie sie brauchen! Unsere Krankenhäuser garantieren das, und jedes einzelne ist unverzichtbar“, erteilte Schantl allen Gedanken über Schließungen von Krankenhausstandorten neuerlich eine Absage. „Kötschach war immer schon daran interessiert, energie-autark zu sein und erneuerbare Energie zu nutzen. Mit der großen Solaranlage am Dach des LKH Laas ist ein weiterer großer Schritt in Richtung Natur- und Menschenschutz in der Region des oberen Gailtales getan worden“, freute sich auch Josef Nussbaumer, Vzbgm. der Marktgemeinde Kötschach-Mauthen, über die Innovation im Einklang mit der Natur.

 

Zahlen, Daten, Fakten
Das KABEG-LKH Laas liegt mitten im Grünen auf 900 Meter Seehöhe am Ende des Gailtales. Der Ort selbst wird von der Vielzahl an Sonnenstunden mit jenen des Wintersportorts Davos verglichen. Das LKH Laas verfügt über 135 Betten und beschäftigt über 200 Mitarbeiter.
Kollektorfläche: 364 m²
Einsparung Heizöl: 30.000 Lt./Jahr
Vermiedene CO2 Emissionen: 82.000 kg/Jahr
Nutzungsdauer: 20 bis 30 Jahre
Kosten: 320.000 Euro