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KABEG Management

26 / Februar / 2016

Netzwerk Herzinfarkt: Rasche Versorgung rund um die Uhr

Das Klinikum Klagenfurt und das LKH Villach stellen die Herzinfarktversorgung in Kärnten rund um die Uhr sicher. Erweiterte Methoden in Klagenfurt und ein neues Gerät in Villach verbessern die Behandlung.

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Ein Blutgerinnsel führt zu einem Gefäßverschluss, der die Versorgung des Herzens unterbricht und so einen Infarkt verursacht. „Je schneller die Blutzufuhr wiederhergestellt wird, desto besser sind die Prognosen für den Patienten“, erklärt Dr. Kornelia Laubreiter, leitende Oberärztin des Herzkatheter-Labors am Klinikum Klagenfurt. Dies geschieht in den meisten Fällen im Herzkatheter-Labor, wo das Gefäß wieder eröffnet wird. Der Zugang zum Herzen erfolgt mittlerweile großteils über einen Einstich am Unterarm. Der Patient ist bei dem Eingriff wach und ist danach rasch wieder mobil. „Im Vergleich zum Zugang über die Leiste ist das Blutungsrisiko wesentlich geringer“, so Dr. Anna Rab, Leiterin des Herzkatheter-Labors am LKH Villach.

Neues Herzkatheter-Labor am LKH Villach
Am LKH Villach steht tagsüber ein Herzkatheter-Labor zur Verfügung, wo nun eine Anlage der neuesten Generation in Betrieb genommen wurde. „Die Strahlendosis ist um 80% geringer, was für die Patienten natürlich schonender ist“, erklärt Kardiologin Dr. Anna Rab. Durch die bessere Auflösung des Gerätes können Stenosen und Gefäße noch genauer dargestellt werden. „Dies ist vor allem bei stärkeren Patienten von Vorteil.“ Der Eingriffsraum verfügt zudem über ein eigenes Beleuchtungskonzept, wodurch die Farbgebung an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden kann – von warmen bis hin zu kühlen Farbtönen.Im Rahmen einer Informationsveranstaltung für die niedergelassenenen Ärzte am 29. Februar 2016 werden die Leistungen präsentiert und die Kollegen nochmals zu dem Thema sensibilisiert.

Klinikum Klagenfurt: Versorgung rund um die Uhr möglich
Am Klinikum Klagenfurt, dem Kompetenzzentrum für Interventionelle Kardiologie, wird einerseits die Rund-um-die-Uhr-Versorung von Herzinfarktpatienten sichergestellt und zusätzlich werden innovative Methoden wie minimalinvasive Herzklappenoperationen oder elektrophysiologische Untersuchungen bei Herzrhythmusstörungen angeboten. Insgesamt werden jährlich rund 3.600 Eingriffe durchgeführt, davon etwa 380 Behandlungen von akuten Herzinfarkten. „Durch die Rund-um-die-Uhr-Versorgung konnte die Sterblichkeit bei Herzinfarkten von 14 auf 4 Prozent gesenkt werden“, berichtet Laubreiter. Ihr Ziel ist es, auch künfig das implementierte Herzinfarktnetzwerk laufend zu verbessern.

„Im Netzwerk Herzinfarkt arbeiten wir eng mit den Notärzten zusammen, die die Patienten bereits im Rettungswagen mit Medikamenten versorgen.Bei der Ankunft im Herzkatheter-Labor kann dadurch sofort mit der Behandlung begonnen werden“, sagt Laubreiter. Bei akuten, anhaltendem und heftigem Schmerzen im Brust- oder Oberbauchbereich sollte man daher rasch ärztliche Hilfe aufsuchen.