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KABEG Management » Neustrukturierung der Inneren Medizin am Klinikum Klagenfurt

17 / Mai / 2016

Neustrukturierung der Inneren Medizin am Klinikum Klagenfurt

Um den künftigen Anforderungen der Medizin und der neuen Ärzte-Ausbildungsordnung besser gerecht zu werden, wurde die Innere Medizin neu strukturiert. Die bisherige 1. Med. wurde geteilt und zwei neue Primarii bestellt.

"Die 1. Med. war bisher sehr breit aufgestellt, was Spezialisierungen mit den vorhandenen Ressourcen erschwerte“, erklärt der Medizinische Direktor des Klinikum Klagenfurt am Wörthersee, Univ.-Doz. DDr. Ferdinand Rudolf Waldenberger.

Aus diesem Grund wurden aus der bisherigen 1. Medizinischen Abteilung die beiden Abteilungen „Innere Medizin und Hämatologie und internistische Onkologie“ sowie „Gastroenterologie und Hepatologie und Nephrologie und Endokrinologie“. Der Bereich der Inneren Medizin wird durch die bestehenden Abteilungen 2. Med. mit Schwerpunkt Kardiologie sowie die Abteilung für Pulmologie ergänzt.

„Durch diese Neustrukturierung ist eine Spezialisierung in den vielen Teilbereichen der Inneren Medizin noch besser möglich“, sagt Waldenberger. Außerdem können die Ausbildungsmöglichkeiten in den jeweiligen Spezialdisziplinen optimiert werden.

Die Leitungen der neuen Abteilungen übernahmen Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Eisterer (Abteilung für Innere Medizin und Hämatologie und internistische Onkologie) und Prim. Univ.-Prof. Dr. Markus Peck-Radosavljevic (Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie und Endokrinologie und Nephrologie).

Personalisierte Krebstherapie
„Die Krebsforschung hat vor allem in den letzten Jahren Fortschritte gemacht. Wir können heute unsere Patienten individuell behandeln, denn Krebs ist nicht gleich Krebs“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Eisterer (50), der sich auf die Therapie von Tumoren im Magen-Darm-Trakt und Weichteiltumore spezialisiert hat. „Diese auf die Merkmale des Tumors angepasste Behandlung, ist für die Patienten nebenwirkungsärmer und verbessert außerdem und in erster Linie die Heilungschancen“, so der neue Primarius. Für Eisterer ist die Krebstherapie aber nicht nur der Einsatz von High-Tech-Medizin. „Der Mensch steht im Mittelpunkt“, betont er. „Die Bedürfnisse der Patienten aber auch deren Angehörigen sind uns sehr wichtig. Menschlichkeit steht definitiv an erster Stelle.“


Internationale Ausbildung
Dass die Versorgung der Patienten optimal ist, dafür sorgt die enge Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen. „Das funktioniert derzeit schon sehr gut über die etablierten Tumorboards. Ich will diese Interdisziplinarität aber noch weiter ausbauen“, sagt Eisterer. Der gebürtige Vorarlberger war vor seiner Tätigkeit am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee an der Universitätsklinik in Innsbruck tätig. Dort leitete er die Onkologische Ambulanz und Tagesklinik. Außerdem war er Leiter des Onkologischen Studiensekretariats. Er verfügt über breite Führungserfahrung, da er 12 Jahre geschäftsführender Oberarzt des Departments für Innere Medizin war.

Seine Ausbildung absolvierte Eisterer unter anderem in Deutschland, zwei Jahre lang dauerte auch sein Forschungsaufenthalt in Vancouver (Kanada).

Auf Lebererkrankungen spezialisiert
Der gebürtige Oberösterreicher Prim. Univ.-Prof. Dr. Markus Peck-Radosavljevic (50) absolvierte nach seinem Studium in Graz seine weitere Ausbildung in Kanada, Texas und Wien. Bis Ende 2015 war er als stellvertretender Leiter der Abteilung für Gastroenterologie der Inneren Medizin III an der medizinischen Universität Wien/AKH tätig. Außerdem war er bis April 2015 Generalsekretär der Europäischen Lebergesellschaft. Peck-Radosavljevic spezialisierte sich auf die Therapie von Lebererkrankungen, vor allem von Hepatitis, Leberkrebs und Leberzirrhose.

„Enormes Potential in Klagenfurt“
„Ich freue mich auf die Herausforderungen hier in Klagenfurt“, sagt Peck-Radosavljevic. „Das Klinikum Klagenfurt am Wörthersee hat ein enormes Potential. Es arbeiten hier in vielen Bereichen hochspezialisierte Spitzenkräfte. Ich bin wirklich sehr angetan von der hohen Qualität des medizinischen Personals. Außerdem hat das Haus eine moderne Infrastruktur. Man hat hier sehr gute Entfaltungsmöglichkeiten.“

Ausbildung auf neuem Niveau
Für seine Abteilung hat der neue Abteilungsvorstand bereits die ersten Ziele. „Ich möchte die Spitzenposition der Abteilung und des Klinikums in Kärnten auf den Gebieten der Gastroenterologie, Hepatologie und Endoskopie weiter ausbauen. Zusammen mit der der herausragenden Bauchchirurgie am Klinikum Klagenfurt ist hier ein Spitzenzentrum für alle Erkrankungen von Magen, Darm und Leber entstanden. Zudem ist es wichtig, die Abteilung auch auf internationaler Ebene zu vernetzen und durch klinische Forschung frühzeitig Zugang zu innovativen Therapien zu erlangen“, so Peck-Radosavljevic. Dadurch wird es möglich, die hochqualitative Versorgung der Kärntner Bevölkerung weiter voranzutreiben. „Dazu erscheint es mir auch notwendig, die Ausbildung der Jungmediziner auf ein neues Niveau zu heben“, erklärt Peck-Radosavljevic.
Um die Spitzenversorgung auch in den anderen Schwerpunktbereichen der Abteilung langfristig zu sichern, sind vergleichbare Projekte im Bereich der Endokrinologie und Nephrologie geplant.