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KABEG Management » Pollenallergien nehmen weiter zu – Steigerung vor allem bei über 50-jährigen Patientinnen und Patienten

21 / Mai / 2014

Pollenallergien nehmen weiter zu – Steigerung vor allem bei über 50-jährigen Patientinnen und Patienten

Über die Ursache von Allergien wird noch immer gerätselt. Fest steht, dass Umweltbelastungen nicht der Grund sind. Mit speziellen Maßnahmen, Medikamenten oder einer Immuntherapie kann fast allen Patienten geholfen werden.

Pollenallergien beginnen im Februar, erreichen jetzt im Mai und Juni ihren Höhepunkt und klingen erst im Spätherbst wieder ab. Was in den letzten Jahren auffällt: „Es gibt immer mehr Pollenallergiker, von den Neuerkrankungen sind vor allem Menschen ab 50 Jahren betroffen“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Hans Edmund Eckel, Vorstand der Hals-Nasen-Ohren Abteilung (HNO) am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee. Außerdem wurde beobachtet, dass Allergien vermehrt mit den Spätblühern im Herbst auftreten.

Umweltbelastungen nicht Auslöser
Was genau die Allergien auslöst ist nicht bekannt. „Mittlerweile kann man die Umweltbelastung als Ursache ausschließen. Dieser Faktor wurde ausführlich untersucht“, berichtet Eckel. Der Primarius geht eher davon aus, dass „heute die Diagnostik viel besser ist und viele Allergien als solche erkannt werden.“

Gezielte Diagnose
Eckel: „Vor einigen Jahren verabreichte man den Patienten immer Antibiotika und abschwellende Nasentropfen bei Entzündungen in der Nase.“ Gegenwärtig können wir auslösende Allergene gezielt identifizieren. Symptome wie Juckreiz der Ohren, des Halses und der Nase, Schwellungen der Schleimhäute, Kopfschmerzen und/oder ein allgemeines Krankheitsgefühl können eindeutig zugeordnet werden. Bakterien und Viren sind häufig nicht die Auslöser von Nasen- und Nebenhöhlenbeschwerden, sondern eben die Allergie.

Allergieauslöser „Mitbringsel“ aus Kroatienurlaub
Ein besonders starkes Allergen ist übrigens die Pflanze „Ambrosia“. Sie ist erst seit einigen Jahren in Kärnten beheimatet. „Urlauber vom Mittelmeer brachten die Pollen der Pflanze mit“, so Eckel. Die Pollen der Ambrosia blieben im Radkasten der Autos hängen und fielen erst in Kärnten langsam von den Fahrzeugen ab. „Vor allem am Rand der Autobahn Richtung Slowenien findet man nun dieses Gewächs“, sagt der HNO-Primarius.

Mehrere Therapieoptionen
Wer von einer Allergie bzw. von Symptomen betroffen ist, sollte seinen Hausarzt oder einen niedergelassenen Facharzt der HNO aufsuchen. Nach einem ausführlichen Patientengespräch und eingehenden Untersuchungen, stehen dem Patienten mehrere Therapieoptionen zur Verfügung.
Einerseits ist eine Immuntherapie möglich, andererseits der Einsatz von Medikamenten die zum Beispiel entzündungshemmend wirken oder die Histaminfreisetzung vermindern. Arzneimittel können aber auch das Immunsystem modulieren oder haben das Ziel der Inhibition der Histaminwirkung am Rezeptor. Neben medikamentöser Therapie kann man aber auch persönliche Lebensgewohnheiten ändern um den Allergenen nicht zu stark ausgesetzt zu sein. So hilft zum Beispiel häufiges Haarwaschen.

„Insgesamt ist heute eine weitgehende Symptomreduktion oder gar Symptomfreiheit bei fast allen Patienten erreichbar“, so Eckel.