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01 / März / 2022

Welt-Adipositastag am 4. März: Interdisziplinäres Team bietet individuelle Lösungen für eine hochkomplexe Erkrankung

Das LKH Villach ist seit vielen Jahren zertifiziertes Zentrum für Adipositaschirurgie. Schon mehr als 1.000 Patienten wurden von dem interdisziplinären Team betreut.

Adipositas oder Fettleibigkeit ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch Überernährung und Bewegungsmangel entsteht. Weltweit sind 2,1 Milliarden Menschen übergewichtig, 671 Millionen leiden an Adipositas – gemessen anhand eines Body-Maß-Index (BMI) von über 30. In Österreich wurde diese Diagnose bei rund 20% der Bevölkerung gestellt. Die Tendenz ist stark steigend.

Interdisziplinäres Team steht für Erfolg

„Durch Adipositas werden zahlreiche Begleiterkrankungen ausgelöst“, warnt Prim. Dr. Gerhard Jenic, Abteilungsvorstand der Allgemein- und Gefäßchirurgie am LKH Villach. Dazu zählen unter anderem ein erhöhtes Krebsrisiko, Diabetes mellitus, Krankheiten am Herz-Kreislaufsystem, Nieren- und Lebererkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates oder auch Einschränkungen der kognitiven Funktionen. Jenic: „Adipositas ist ein sehr komplexes Krankheitsbild, das mehrere Fachdisziplinen wie Chirurgen, Anästhesisten, Ärzte der Inneren Medizin, aber auch Diätologen, Psychologen und das diplomierte Pflegepersonal intensiv fordert. Eine Behandlung und vor allem die chirurgische Intervention ist ausschließlich in anerkannten Adipositaszentren durchführbar.“ Facharzt Dr. Andreas Neuschitzer unterstreicht zudem wie wichtig die enge und gute Zusammenarbeit der einzelnen Fächer ist: „Nur gemeinsam schaffen wir optimale Ergebnisse für unsere Patienten. Wie hervorragend dies in Villach funktioniert, zeigt unsere Auszeichnung als Adipositaszentrum.“ In Kärnten ist eine Adipositasbehandlung neben dem LKH Villach übrigens auch in Klagenfurt und Wolfsberg möglich.

Individuelle Lösungen

„Wenn alle konservativen Therapieoptionen ausgeschöpft sind, muss dem betroffenen Patienten ein chirurgischer Eingriff zumindest angeboten werden, um vor allem den Begleiterkrankungen zuvorzukommen. Oftmals kann ein Diabetes sogar geheilt werden, weshalb man auch von metabolischer Chirurgie spricht“, stellt Jenic klar. Er bietet mit seinem Team an seiner Abteilung mehrere Operationsverfahren und -techniken an, um individuell auf die Patienten eingehen zu können. „Wir müssen bedenken, dass die technische Operabilität der Patienten aufgrund der unterschiedlichen Fettverteilung sehr unterschiedlich sein kann“, ergänzt Facharzt Dr. Remondus Van de Haar. Auch benötigen manche Betroffene mehr als nur einen chirurgischen Eingriff.

Knopflochchirurgie

Am häufigsten zu Anwendung kommt in der Adipositaschirurgie die sogenannte Laparoskopie oder auch Knopflochchirurgie. „Insgesamt führen wir im LKH Villach jährlich über 3.000 Eingriffe durch. Gerade bei Adipositas profitieren die Patienten von der Knopfloch-Methode“, sagen Jenic, Van de Haar und Neuschitzer. Durch den Einsatz der minimal-invasiven Technik ist die Komplikationsrate gering. Die Ergebnisse sind indessen vielversprechend.

Nachbetreuung in Spezialambulanz

Freilich ist nach erfolgreicher Operation die Therapie noch nicht abgeschlossen. Tatsächlich werden Patienten regelmäßig und langjährig nachbetreut. Jenic: „Dafür gibt es unsere Spezialambulanz, in der die Patienten umfassend beraten werden. Neben den Chirurgen kümmern sich Diätologen, Psychologen, diplomiertes Pflegepersonal sowie Internisten und Anästhesisten ohne Zeitdruck um die Patienten.

„Als anerkanntes Zentrum für Adipositaschirurgie haben wir bereits mehr als 1.000 Patienten erfolgreich behandelt“, können Jenic und sein Team auf eine große Erfahrung im LKH Villach verweisen. Der schwerste Patient wog übrigens 240 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,80 Meter und hatte einen BMI von knapp über 70.