Trauer hat viele Gesichter: Begleitung über den Abschied hinaus

Bild Steine

Zu Allerheiligen und Allerseelen rückt die KABEG die Begleitung trauernder Angehöriger in den Fokus. Das Klinikum Villach und das Klinikum Klagenfurt unterstützen Angehörige beim Abschied und bieten mit Trauercafés auch nach dem Tod von Patientinnen und Patienten Anlaufstellen.

Allerheiligen und Allerseelen sind für viele Menschen Tage des Erinnerns, an denen der Verlust eines geliebten Menschen besonders spürbar werden kann. Am Klinikum Villach und am Klinikum Klagenfurt ist die Trauerbegleitung ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Palliativteams. Sie beginnt häufig schon lange vor dem Tod der Patienten und kann für Angehörige danach im Trauercafé weitergehen. „Trauer hat viele Gesichter“, sagt Silvia Pühringer-Chrysanthos, Stationsleitung Pflege der Palliativstation im Klinikum Villach. Manche Menschen weinen, andere sind still oder reagieren mit Wut. Entscheidend sei, unterschiedliche Reaktionen zuzulassen und Angehörige in ihrer jeweiligen Situation zu unterstützen.

Zeit und persönliche Rituale für den Abschied

Nach dem Tod eines Patienten oder einer Patientin steht zunächst eines im Mittelpunkt: Ruhe. Angehörige erhalten Zeit, um in ihrem eigenen Tempo Abschied zu nehmen. Medizinische und pflegerische Gegenstände werden aus dem Zimmer geräumt. Blumen, Kerzen, Bilder oder religiöse Zeichen können den Raum nach den Wünschen und der Lebensgeschichte des verstorbenen Menschen gestalten. Ein besonderes Ritual sind Erinnerungssteine mit Geburts- und Sterbedatum. Angehörige können diese mit nach Hause oder ans Grab nehmen oder auf Wunsch auf der Station lassen. Auch Kinder werden behutsam begleitet. Altersgerechte Bilderbücher, selbst gestaltete Kerzen und Zeichnungen helfen ihnen, einen eigenen Zugang zum Verlust zu finden.

Austausch mit anderen Betroffenen

Um Angehörigen auch nach dem Tod eines geliebten Menschen Begleitung anzubieten, wurden in Klagenfurt und Villach Trauercafés eingerichtet. Sie richten sich an Hinterbliebene von Patientinnen und Patienten der Palliativstation sowie des Mobilen Palliativteams und finden monatlich statt. In Villach wird das Trauercafé von der klinischen Psychologin Mag. Sabine Battistata und Krankenhausseelsorgerin Maria Konrad geleitet. „Nach einem Todesfall nimmt das Team häufig nach rund zwei Wochen erneut Kontakt zu den Angehörigen auf. Zu diesem Zeitpunkt sind erste organisatorische Aufgaben meist erledigt, und der Verlust wird im Alltag oft besonders spürbar“, berichtet Battistata. Bei diesem Gespräch wird auch nochmals auf das Trauercafé hingewiesen. So bleibt die Verbindung zwischen der Begleitung auf der Palliativstation und der Unterstützung in der Zeit danach bestehen.

„Teilnehmer am Trauercafé können etwas sagen, sie müssen aber nichts sagen“, erklärt Battistata. Manche erzählen von ihren Erfahrungen, andere hören zunächst nur zu. Themen wie der erste Urlaub ohne den verstorbenen Menschen, besondere Gedenktage oder der Alltag nach einem Verlust finden ebenso Platz wie persönliche Anliegen. Menschen, die schon länger mit ihrer Trauer leben, können anderen Betroffenen Halt geben. Die Teilnahme ist zeitlich nicht begrenzt. Manche kommen regelmäßig, andere nutzen das Angebot bei Bedarf oder verabschieden sich, wenn sie ihren Weg wieder allein fortsetzen möchten.

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